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Freitag, 18 August 2017
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Dupuytren`sche Erkrankung

Synonyme für diese Erkrankung sind Morbus Dupuytren, Dupuytren’sche Kontraktur oder „Krummfingerkrankheit“.

Benannt wird diese Erkrankung des Bindegewebes der Hand nach Guillaume Dupuytren (1777-1853). Er war der Erste, der bei dieser Erkrankung eine Operation durchführte - bereits im
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Jahre 1831. Die ersten Beschreibungen einer Beugeverkrümmung der Finger, die der heutigen Bezeichnung Morbus Dupuytren entsprechen, sind auf den Basler Anatomen Felix Platter im Jahre 1614 zurückzuführen. Die erste Erwähnung liegt womöglich im 12. Jahrhundert. In der Magnus-Saga von Orkney in Schottland wird von einer Fingerverkrümmung an der Hand berichtet.

Die Krankheit befällt vorwiegend Männer, kommt aber auch bei Frauen vor. Meistens ist es eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Dennoch kann sie auch bei jüngeren Menschen auftreten. Häufig sind beide Hände befallen.
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Es zeigen sich schmerzlose Verdickungen und Knotenbildungen in der Handinnenfläche, die noch keine Funktionseinschränkungen verursachen.

Diese Kontenbildung kann im Laufe von längerer Zeit langsam zunehmen und einen oder mehrere Finger befallen. Dieses führt dazu, dass der oder die betroffenen Finger nicht mehr komplett gestreckt werden können.
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Selbst ausgeprägte Befunde lassen sich noch operativ verbessern, so dass ein ansprechendes funktionelles Ergebnis resultiert.

P1010016-fertig P1010054-fertig Selten wird auch die 1.  Zwischenfingerfalte zwischen dem Daumen und Zeigefinger befallen. Dies zeigt sich in einer Abspreizbehinderung des Daumens.

Beim Morbus Dupuytren treten gelegentlich sog. Fingerknötchenpolster = Knuckle pads auf der Streckseite der Finger auf. Hier an den Mittelgelenken vom Ringfinger und Kleinfinger.

knuckle-pads Die exakte Ursache ist bis heute nicht eindeutig bekannt. Es findet sich auffällig eine familiäre Häufung. Der Verlauf ist schleichend und zieht sich meist über Jahre hin. Meistens ist der 4. und 5. Finger betroffen.

So lange keine eindeutige Funktionseinschränkung besteht, rate ich von der Operation ab. Eine wirksame konservative Behandlung ist bis heute nicht bekannt. Durch eine Operation, die in aller Regel in einer Arm- oder Vollnarkose erfolgt, lässt sich in aller Regel wieder ein gutes kosmetisches und funktionelles Ergebnis erzielen.

Der Morbus Dupuytren ist nicht nur an der Hand zu finden.

  • Beim Morbus Ledderhose (Plantarfibromatose) bilden sich die Stränge an der Fußsohle. Das gemeinsame Auftreten von Morbus Ledderhose und Morbus Dupuytren ist am häufigsten anzutreffen.

  • Beim Morbus Peyronie (Induratio penis plastica) sind Verhärtung am Penis vorhanden, die zu dessen Deformation führen können.