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Sonntag, 25 Juni 2017
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Karpaltunnelsyndrom

Hierbei handelt es sich um eine Einengung des Mittelnerven in Höhe des Handgelenktunnels. Häufig wird ein nächtliches Kribbeln, Brennen und Einschlafen der Finger beklagt, die den Schlaf stören und sich durch Ausschütteln und Herabhängenlassen der Hände und Arme bessern. Teilweise strahlen die Beschwerden in den gesamten Arm und in die Schulter aus. Meistens wird ein Taubheitsgefühl im Daumen, Zeige- und Mittelfinger und halben Ringfinger verspürt. Die Patienten beklagen häufig eine Schwäche beim Zugreifen mit zunehmender Ungeschicklichkeit der betroffenen Hand.

Durch Entzündungen und Schwellungen der Sehnenscheiden kommt es zu einer Einengung des Mittelnerven. Dies führt zu einem Missverhältnis im Handgelenkstunnel zwischen Tunnelgröße und Tunnelinhalt (9 Beugesehnen und der Mittelnerv [N. medianus]).

Als mögliche Ursachen kommen in Frage:

* Verdickungen der Sehnenscheiden durch chronische Sehnenscheidenentzündungen
* Diabetes mellitus
* dialysepflichtiger Patient
* Gicht
* Rheuma
* 10 % Schwangerschaft
* 10 % Verletzungen (z. B. Handgelenksbrüche)
* 30 % der Patienten haben ein doppelseitiges Karpaltunnelsyndrom

Als Behandlung kommen im Frühstadium und in milderen Fällen eine Ruhigstellung (Nachtschiene) und abschwellende Maßnahmen in Frage. Eine Spritzenbehandlung (Cortison) empfehle ich nicht. Zu langes Abwarten verschlechtert die Prognose. Durch eine neurologische Untersuchung wird die Erkrankung diagnostiziert.

Durch ein halb offenes, mikrochirurgisches operatives Vorgehen wird der Nerv entlastet, dies bei geringem operativem Risiko und in der Regel anhaltendem Operationserfolg.

Auch an anderen Körperregionen gibt es Engstellen, so dass es hier zu Nerveneinengungen, z.B. des Ellennerven, kommen kann (Sulcus ulnaris Syndrom, Syndrom der Loge de Guyon oder des Speichennerven [Supinatorenlogensyndrom]).